Üben, üben, üben … und doch Kopfsache

08. 02. 2025 | Flinten-Tipps

Flinteschießen üben

Vorbereitung ist das halbe Leben und macht vieles einfacher. Gewiss, einer Tontaube ist es egal, ob sie getroffen wird und in der Luft oder letztlich am Boden zerplatzt, aber eben nicht einem Stück Flugwild. Gerade wenn es um Lebewesen geht, die man bejagt und aus der Natur entnimmt, ist es wichtig einen sauberen und tödlichen Schuss abzugeben, damit unnötiges Tierleid vermieden wird.

Um dies zu üben und den ein oder anderen Kniff zu lernen, habe ich mir bei Markus Gemeinder „Unterricht“ genommen – was soll ich sagen: Ein ziemlich cooler Mensch, der dir sowohl die Technik hinter dem Schießen, als auch die psychologische Komponente näherbringt. Gerade die letztere Komponente macht dabei doch mehr aus, als jeder Grünschnabel glauben würde.

Flintentrainer Markus Gmeinder

Du gehst die Basics durch, konzentrierst dich und dann kommt diese eine kleine Frage oder die Bewegung, die dich bewusst aus dem Konzept bringt, um dir zu zeigen, dass das Flintenschießen neben Spaß auch Kopfsache ist.

Die Kniffe dahinter, der Umgang damit und wie man seine eigene Routine hierzu entwickelt – war und ist heute für mich noch Gold wert. Auch die Person hinter dem Coaching ist eine wirklich coole Socke und der Spaß ist garantiert!

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Jannik, Flinte Invictus III

Mit der Zeit wird man dann doch etwas übermütig und wechselt mir nichts, dir nichts zu einer anderen Flinte und siehe da, die Routine ist gestört, der Anschlag passt nicht. Du schießt vorbei und on top ist dann dein Oberarm blau oder aber deine Backe küsst „sanft“ den Schaft der ungewohnten Flinte.

Ja, auch dies musste ich dann doch sehr schnell lernen und bleibe bei meiner geliebten, passenden Flinte! Wirklich besser so …

Flinteschießen üben: kleine Ticks

Worüber ich mittlerweile über mich selbst lache, sind die kleinen Ticks, die sich irgendwie nach und nach einschleichen. Sei es der gleiche Fuß, mit dem du in den Ring steigst, den oberen statt den unteren Lauf als Erstes zu laden oder aber kurz durchzuschnaufen – aber irgendwie bringt es die Ruhe rein, die man braucht.

Natürlich ist der Schießstandbesuch nicht mit der Jagd vergleichbar, da das Schema F irgendwann im Schützen sitzt, aber wie auch im Fußball sind die Standards einfach wichtig und geben dir die Form von Sicherheit, die du eben brauchst! Und lieber lasse ich auf dem Schießstand meinen Blick ins Tal wandern und überlege, was ich denn jetzt gerade falsch gemacht habe oder wieso die Tontaube nur gestreift wurde, wie wenn ich es erst nach der jagdlichen Schussabgabe machen würde.

Aber sind wir ehrlich, gerade weil wir dieses Privileg für die Jagd besitzen, sind wir es unserem Wild schuldig, die Entnahme zu üben, um so unnötiges Tierleid zu vermeiden.

Flintenschießen

Neben all der Ernsthaftigkeit muss man sich jedoch auch eins klarmachen:

Üben, ist nicht nur sinnvoll, sondern macht gerade in einer Runde mit Freunden immens Spaß und sorgt für einen freien Kopf. Und gerade dieser freie Kopf ist es, den zumindest ich brauche, damit alles gefühlt nach dem Standardverfahren verläuft. Denke ich am Anfang schon zu viel nach, dann wird’s einfach so gar nichts.

Erstaunlicherweise ist das auf der Jagd eben nicht der Fall, denn instinktiv geht die Flinte hoch, wird in den Anschlag gedrückt, schwingst mit und der Schuss durchbricht die Stille.

Ich bereue weder das aufgewendete Geld oder die Zeit für die Besuche auf dem Dornsberg, noch das Geld für die Munition oder die Tontauben. Denn ein sicheres Gefühl für den „perfekten“ Schuss zu haben, überwiegt meines Erachtens jeglichen anderen materiellen Dingen. Und sind wir ehrlich, wer hat denn nicht Lust in einer geselligen Runde zu üben und mit den gleichen Leuten auf Hasenjagd oder Entenstrich zu gehen?

Waidmannsheil!

Euer Jannik

Unser Autor:

Jannik Hennefarth

Jannik Hennefarth lebt für die perfekte Schrotgarbe, die Jagd und die feine Wildküche. Als erfahrener Flintenschütze und passionierter Koch verbindet er jagdliches Know-how mit kulinarischer Raffinesse. In seinen Beiträgen teilt er Insiderwissen, Tipps zur Waffenwahl und köstliche Wildrezepte – perfekt für alle, die Schießkunst und Genuss vereinen wollen.

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